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08.07.2005 - pm05_i21
Kreditkonditionen unter dem Diktat der Bonität
Die Finanzierungslage der Mehrzahl der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt angespannt. Eine aktuelle Umfrage aller IHKs in Deutschland belegt: Abermals haben sich die Kreditkonditionen verschlechtert.
´Die historisch niedrigen Kapitalmarktzinsen gehen praktisch an den Unternehmen vorbei. Über ein Fünftel der Unternehmen erhält derzeit Kredite noch schlechter als im Vergleich zum Vorjahr´, so Klaus-Michael Rothe, Hauptgeschäftsführer der Schweriner IHK. ´Die Lage der ostdeutschen Unternehmen stellt sich kritisch dar. Sie berichten verstärkt über strengere Anforderungen an Sicherheiten und zusätzlichen Dokumentationspflichten, an denen die Kreditverhandlungen scheitern´, so Rothe weiter.
Die Schweriner IHK befürchtet, dass viele Investitionsvorhaben zu scheitern drohen. Denn die allgemeine Praxis der Spreizung von Kreditkonditionen wirkt sich auf die ostdeutsche Wirtschaft nachteilig aus. Zuletzt hatte auch die KfW Mittelstandsbank für alle Bundesförderprogramme, je nach Bonität der Kreditnehmer, unterschiedliche Zinsen eingeführt. ´Den hiesigen Unternehmen fällt zunehmend die geringe Eigenkapitalquote quasi „auf die Füße“. Die bonitätsorientierte Finanzierung bewertet die harten Bilanzdaten der Unternehmen mit einem hohen Gewicht bei der Kreditentscheidung. Positive Geschäftserwartungen oder auch gefüllte Auftragsbücher haben demgegenüber im Gegensatz zu früheren Üblichkeiten weitaus weniger Gewicht´, so IHK-Hauptgeschäftsführer Rothe.
Für die Wirtschaftspolitik komme es daher nach Ansicht der Schweriner IHK darauf an, die Eigenkapitalsituation der Unternehmen zu verstärken. Dieses sei ein wesentlicher Schritt zur Bonitätsverbesserung. Neben der verstärkten Einbeziehung z.B. der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft M-V mbH sieht die IHK zu Schwerin einen steigenden Bedarf an alternativen Finanzierungsformen. ´Private Kapitalbeteiligungen oder Mezzanin-Kapital sind in M-V noch schwach ausgeprägt. Hier sind aber auch die Unternehmen gefordert, sich verstärkt anderen Finanzierungsformen zu widmen. Kreditfinanzierungen sind nur eine Säule der Gesamtfinanzierung´, so Rothe.
In Richtung Landesregierung schlägt die IHK zu Schwerin vor, zu prüfen, ob und wie durch eine Neuausrichtung der Förderprogramme die Kapitalbeteiligung Dritter an Unternehmen attraktiver gestaltet werden kann – etwa durch Zinszuschüsse oder die Gewährung von auch anteiligen Ausfallsicherheiten. ´Aktuell muss es uns gelingen, die Bonität der Unternehmen zu verbessern. Nur dann können weitere Investitions- und Beschäftigungspläne zeitnah umgesetzt werden´, so Rothe abschließend.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Norbert Schößler, Abt.: Industrie
Tel.: (0385) 51 03 - 131
schoessler@schwerin.ihk.de
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