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06.10.2005 - pm05_p29
´Rohstoff Wissen´ konsequenter nutzen
„Deutsche Unternehmen müssen in Zukunft noch mehr auf die konsequente Nutzung ihres ´Rohstoffes Wissen´ setzen, um im Wettbewerb zu bestehen. Neben der Fortentwicklung der Bildungsinstitutionen Schule, Berufliche Ausbildung und Hochschule wird dabei die Weiterbildung der Mitarbeiter in den Unternehmen immer wichtiger“, äußerte der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, Klaus-Michael Rothe, auf der Grundlage einer bundesweiten Umfrage der IHK-Organisation bei über 900 Unternehmen.
Demnach wollen neun von zehn Unternehmen künftig in die Weiterbildung ihrer Belegschaften investieren. Der Weiterbildungsbedarf wird dabei nicht von den kurzfristigen Geschäftserwartungen abhängig gemacht. So sprechen sich nur 20 % der Befragten dafür aus, höhere Investitionen in die Kompetenz der Mitarbeiter an günstige Geschäftsaussichten zu binden.
Aber: Der ständige Wettbewerbsdruck führt zu mehr Kostenbewusstsein. Unternehmen wollen ihre Investitionen in die Köpfe der Mitarbeiter gezielter einsetzen. Zu einem „Mehr“ an Weiterbildung ist daher eins von zwei Unternehmen nur dann bereit, wenn sich die Erfolge im Arbeitsprozess schnell niederschlagen. In gleicher Größenordnung binden die Betriebe ihr Engagement an betriebsspezifische Inhalte und Vermittlungsformen
„Die Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die lernbereit, leistungswillig und innovationsstark sind. Das entspricht dem Wandel, der sich in der heutigen Arbeitswelt vollzieht. Arbeitnehmer müssen sich wie die Unternehmer auch immer häufiger auf Veränderungen einstellen und an neue Strukturen anpassen können. Das geht nur, wenn die grundsätzliche Lernbereitschaft nicht bei der Erstausbildung endet, sondern den Berufsweg lebenslang begleitet“, so Rothe.
Eine Eigenbeteiligung der Belegschaften, sowohl finanziell als auch zeitlich, erleichtert den Unternehmern ihre Entscheidung für eine Weiterbildung: So würden fast zwei Drittel der Unternehmen mehr in Weiterbildung investieren, wenn ihre Mitarbeiter zu einem entsprechenden Freizeit- und Urlaubsverzicht bereit wären. Und 20 Prozent sagen ein höheres Engagement zu, wenn sich die Arbeitnehmer an betriebsspezifischen Maßnahmen auch finanziell beteiligten.
Die ´Staatsferne´ der Weiterbildung ist ein großer Pluspunkt in Deutschland – Weiterbildung bleibt auf diese Weise flexibel, maßgeschneidert und praxisnah. Zwei Drittel der Unternehmen befürchten deshalb negative Auswirkungen auf die Weiterbildung, wenn gesetzliche Auflagen, wie z.B. verpflichtende Standards oder Zertifizierungen, eingeführt werden sollten.
Sollten jedoch gesetzliche Auflagen in der Weiterbildung kommen, so gibt die Hälfte der Unternehmen an, dann nur noch die gesetzlichen Mindestauflagen erfüllen zu wollen und zusätzliches freiwilliges Engagement dann einzustellen. Immerhin ein Drittel spielt sogar mit dem Gedanken, dann keine Jugendlichen mehr auszubilden.
Hauptgeschäftsführer Klaus- Michael Rothe dazu: „Die Unternehmen wollen ihr ureigenes Interesse an der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter trotz Kostendrucks weiterverfolgen und entsprechend in Weiterbildung investieren. Mitarbeiter müssen ihrerseits erkennen, dass sie in ihrem eigenen Interesse Freizeit und Geld für ihre Weiterbildung im Unternehmen einsetzen sollten. Darüber hinaus darf der Staat nicht der Versuchung erliegen, den Weiterbildungsmarkt in Deutschland zu verregeln. Das wäre ein sicherer Pfad in eine Sackgasse – weg von bisheriger Effizienz und Marktnähe der Weiterbildung. Garant für eine erfolgreiche Weiterbildung sind die Leistungen der IHKs, die mit zahlreichen ehrenamtlich arbeitenden Unternehmensvertretern hohe bundeseinheitliche Standards effektiv umsetzen. Allein in Westmecklenburg unterstützen 900 ehrenamtlich Engagierte auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung, insbesondere im Prüfungswesen, praxisnah die Arbeit der IHK.“
Kontakt:
HS.-Oec. Andreas Kraus, Abt.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0385) 51 03 - 115
kraus@schwerin.ihk.de
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