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13.02.2006 - pm06_lag_kb01
IHK-Konjunkturanalyse: Hoffnung keimt in der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns
(Neubrandenburg/Rostock/Schwerin) Nach Aussage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommern (LAG) beginnt die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern 2006 mit einem befriedigenden Start.
In den wirtschaftlichen Zentren des Landes fällt die Tempoaufnahme zügiger aus, dafür in den ländlichen Räumen etwas verhaltener. Der konjunkturelle Auftrieb ist besonders in der Industrie und den unternehmensnahen Dienstleistungen erwacht. In den nächsten Monaten wird es sich herausstellen, ob die Konjunktur ihre Dynamik verstärkt und an Breite gewinnt. Dies ist das Fazit aus den geschäftlichen Einschätzungen von 3.340 befragten IHK-Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresbeginn 2006.
Der Befragungssaldo zur Geschäftslage ist zum Jahresbeginn deutlich positiv. Er spiegelt die günstige Entwicklung wider, welche die Wirtschaft des Landes in der jüngsten Zeit genommen hat, so die IHK-Landesarbeitsgemeinschaft.
Den Anlass für die jetzt keimenden wirtschaftlichen Hoffnungen liefern verbesserte Konjunkturparameter wie der steigende Auftragseingang und der wachsende Umsatz. Hoffnungen bereiten besonders die anziehenden Investitionspläne der Unternehmen. In ihrem Windschatten könnte sich der Auftragseingang und die Nachfrage beschleunigen. Vorsichtig lösen sich auch die Beschäftigungsabsichten aus der Verkrampfung.
Aus Sicht der LAG ist die Zurückhaltung dabei immer noch von der starken Rationalisierung geprägt, die nach wie vor in den Unternehmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig ist. Den konjunkturellen Schwung erzeugen vorwiegend Industrie- sowie Dienstleistungsunternehmen. Auch Unternehmen aus dem Handel und dem Verkehrsgewerbe verzeichnen Impulse. Im Bauhauptgewerbe können aber bisher nur einzelne Unternehmen von der Belebung profitieren.
Die Unternehmen im Land schätzen die wirtschaftlichen Erwartungen überwiegend ungünstiger ein. Zur übermäßigen konjunkturellen Euphorie besteht deshalb kein hinreichender Grund.
Entgegen dem vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erfassten Konjunkturtrend, der zum Jahresbeginn 2006 einen deutlichen konjunkturellen Optimismus signalisiert, mangelt es der Wirtschaft des Landes noch an ausreichendem Vertrauen in die wirtschaftliche Perspektive. Dieses Ergebnis muss deshalb als ein Stück Vertrauensdefizit in die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gewertet werden, argumentiert die Landesarbeitsgemeinschaft.
Die anhaltende und offene Reformdiskussion der letzten Jahre hat Unternehmen und Konsumenten verunsichert. Die Unternehmen erwarten von der Politik ein klares Bekenntnis zur Kontinuität und damit auch zu ihrer Planungssicherheit. Greifbare Zugewinne an Vertrauen und beiderseitiges Verständnis sind daher Voraussetzung. Dies ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und eine Kostenreduzierung angehen zu können.
Hauptsächlich die permanent steigenden Energie-, Kraftstoff- und Rohstoffpreise entfachen gemeinsam mit den zu hohen Lohnzusatzkosten einen stetigen Druck auf die Unternehmen und bereiten ihnen unübersehbar wirtschaftliche Sorgen. Das betriebliche Rationalisierungspotenzial ist oft bereits weitestgehend ausgereizt. In vielen der kleineren Unternehmen, aber auch in größeren Unternehmen, gefährden die bisherigen Kostensteigerungen die Wettbewerbsfähigkeit. Diese aufgelaufenen Mehraufwendungen benötigen ein Ventil für den Kostenausgleich.
Mit dem erwachten vorsichtigen konjunkturellen Optimismus im Rücken schätzt jedes dritte der von den IHKs befragten Unternehmen seine Geschäftslage als gut und jedes fünfte Unternehmen die wirtschaftliche Aussicht als verbessert ein. Beständige Probleme aus dem unzureichenden Zahlungsverhalten von Auftraggebern und Kunden sowie die Kaufzurückhaltung bestimmen jedoch weiterhin den wirtschaftlichen Rahmen. Ein sich stärkender Konjunkturverlauf könnte diese Probleme abschwächen und auch günstigere Beschäftigungsabsichten sowie steigende Investitionspläne auslösen.
Konjunkturbericht (pdf, 104 KB)
der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammer in M-V
Kontakt:
Dipl.-Ing. Norbert Schößler, Abt.: Industrie
Tel.: (0385) 51 03 - 132
schoessler@schwerin.ihk.de
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