IHK Nord: Maritime Wirtschaft benötigt Fachkräfte
Die maritime Wirtschaft, einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche in Norddeutschland, verzeichnet schon jetzt einen erheblichen Fachkräftemangel. Das ist das Ergebnis einer Fachkonferenz der IHK Nord ´Zukunft Maritim´ in der Hansestadt Wismar mit rund 180 Teilnehmern.
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Unternehmensvertreter der maritimen Wirtschaft aus Hochschulen und Universitäten sowie politische Entscheidungsträger aus ganz Norddeutschland befassten sich auf der IHK-Fachkonferenz ´Zukunft Maritim´ mit dem gegenwärtigen und zukünftigen Fachkräftebedarf der maritimen Wirtschaft. Die in der IHK Nord verbundenen 14 norddeutschen IHKs aus Niedersachsen, der Freien Hansestadt Bremen, der Freien und Hansestadt Hamburg, Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommern vertreten insgesamt mehr als 650.000 Unternehmen in Norddeutschland und stützen sich auf rund 24.000 ehrenamtlich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer.
Fachkräftemangel bereits Realität
Zwei Drittel der Unternehmen in der maritimen Wirtschaft haben einen hohen bis sehr hohen Fachkräftebedarf. Bereits das aktuelle Fachkräfteangebot auf dem Arbeitsmarkt schätzen über die Hälfte der Unternehmen derzeit als mangelhaft ein. Jedes fünfte Unternehmen plant deshalb die Lücke durch Anwerbung von Fachkräften im Ausland zu schließen. Die Hälfte der Betriebe setzt dagegen auf verstärkte eigene Aus- und Weiterbildung.
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Die IHK Nord hat im Vorfeld der Fachkonferenz in einer Umfrage die Bedarfe an Fachkräften in der Maritimen Wirtschaft analysiert.
> Umfrageauswertung
> Umfrageergebnisse
In den u. g. vier Arbeitskreisen wurde über den aktuellen Fachkräftebedarf sowie die notwendigen Schritte zur Sicherung in den kommenden Jahren diskutiert und beraten.
Hier gelangen Sie zur Präsentation der Fachvorträge:
Arbeitskreis 1 > Schiffbau
Arbeitskreis 2 > Schifffahrt und Kreuzfahrttourismus
Arbeitskreis 3 > Hafenwirtschaft und Logistik
Arbeitskreis 4 > Meeresnutzung und Meerestechnik
Aktuelle Entwicklungen
Die maritime Wirtschaft befindet sich im Aufwind. Steigende Frachtanforderungen und Frachtraten haben den Markt positiv beeinflusst. Rückenwind bekommt sie darüber hinaus von der Bundesregierung. Mit 2,2 Milliarden Euro wird z.B. die Anbindung der deutschen Häfen per Schiene, Straße und Binnenschiff vom Bund gefördert. Zusätzlich werden Fördermittel für Innovationen im Schiffbau und für die Forschung und Entwicklung in der Meerestechnik aufgestockt – so von Bundeskanzlerin Merkel auf der 5. Nationalen Maritimen Konferenz im vergangenen Jahr zugesichert.
Die Seeschifffahrt durchläuft zur Zeit einen Prozess, der sich vom Ausflaggen in den vergangenen Jahren zum Rückflaggen unter deutscher Flagge gestaltet und dazu braucht sie Führungs- und Spitzenpersonal im nautischen und technischen Bereich. In Deutschland entwickelte und produzierte Schiffe lassen sich nur auf dem Weltmarkt verkaufen, wenn sie hoch innovativ, speziell entwickelt und leistungs- und qualitätsmäßig Spitze sind. Dazu werden Ingenieure und Wissenschaftler benötigt, die diesen Anspruch realisieren.
Hochschulen wollen sich zu Eliteuniversitäten und Kompetenzuniversitäten entwickeln. Gefragt sind spezielle Betätigungs- und Kompetenzfelder. Der Schiffbau und die Schifffahrt sind sowohl in der Entwicklung, Produktion und im Betrieb äußerst komplex und technisch anspruchsvoll geworden. Schiffe müssen heute nicht nur Waren von A nach B befördern, sie müssen dies auch wirtschaftlich, umweltfreundlich und sicher bewerkstelligen. Erst mit dem Umschlag der Waren in Häfen kann der Schiffstransport abgeschlossen werden. Damit werden sie zu einer Hightech-Systemindustrie. Das, sowie der große Bereich der Meeresforschung sind zentrale und innovative Betätigungsfelder norddeutscher Hochschulen und Universitäten.
Häfen können mit ihrem Leistungsprofil werben, wenn sie in der Lage sind, die Ladung der Schiffe schnell und professionell umzuschlagen. Dabei kommt der innovativen Hafentechnik besondere Bedeutung zu. Hier sind sowohl Logistiker als auch Systemspezialisten und Problemanalytiker gefordert. Darüber hinaus sind sowohl Ingenieure als auch Techniker gefragt.
Das Kreuzfahrtgeschäft gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es ist mit einem sehr hohen Maß an Versorgungs- und Veranstaltungslogistik verbunden. Dafür werden hoch qualifizierte Manager benötigt.
Dies sind nur einige Beispiele, um aufzuzeigen, welch immenser Bedarf an Spezialisten und Fachkräften in den kommenden Jahren besteht. Fachkräfte für Forschung, Produktion, Management usw.
Wirtschaft sieht Handlungsbedarf
Der Präsident der IHK zu Schwerin, Dipl.-Ing. Jörgen Thiele fasste in seiner Abschlussrede das Ergebnis der Fachkonferenz ´Zukunft Maritim´ wie folgt zusammen: „Mit dieser Fachkonferenz der IHK Nord haben wir Unternehmen, Politik, Verwaltung sowie Bildungsanbieter für die Bedeutung der Ausbildung in der maritimen Wirtschaft sensibilisiert. Jetzt sind alle Beteiligten gefordert, die notwendigen Schritte auch tatsächlich umzusetzen. Dabei geht es um die Entwicklung und Bereitstellung von Ausbildungskapazitäten zur Deckung des Fachkräftebedarfs der maritimen Wirtschaft in den kommenden Jahren und um das Einfließen wesentlicher Teile der maritimen Innovationsförderprogramme in die Ausbildung.“ Bildungsanbieter, Hochschulen, Berufsschulen sowie die Weiterbildungsanbieter zeigten Bereitschaft, sich mit ihren maritimen Ausbildungsangeboten kurzfristig und qualitativ hochwertig auf diese neue Situation einzustellen und ihre Profile bedarfsgerecht weiter zu entwickeln.
Forderungen der IHK Nord:
An die Landesregierungen:
Entwicklung von zusätzlichen und stabilen, auf die fachlichen Bedarfe der maritimen Wirtschaft ausgerichteten Ausbildungskapazitäten an den Fachhochschulen und Universitäten zur Deckung des Fachkräftebedarfs in den kommenden Jahren durch Bereitstellung der notwendigen und langfristig planbaren finanziellen Mittel.
An die Bundesregierung:
Einsatz wesentlicher Teile der 2006 angekündigten Innovationsförderprogramme in die Ausbildung an den Berufs- und Hochschulen.
An die Bildungsanbieter:
Alle Bildungsanbieter, Hochschulen, Berufsschulen sowie Weiterbildungsanbieter müssen sich mit ihren maritimen Ausbildungsangeboten kurzfristig und qualitativ hochwertig auf diese neue Situation einstellen und ihre Profile, klar auf die Bedarfe der Wirtschaft abgestimmt, entwickeln.
An die Unternehmen:
Die Wirtschaft (Schiffbau, Schifffahrt, Hafenbetrieb und Kreuzfahrttourismus) muss ihre Bedarfe inhaltlich deutlich beschreiben und in einer engen Kooperation mit den Bildungsanbietern in konkrete Angebote und Studiengänge umsetzen.
Umfrage zum Bedarf an Fachkräften in der Maritimen Wirtschaft
> Umfrageauswertung (pdf; 91,5 KB)
> Umfrageergebnisse (pdf; 18,6 KB)
Reden
> Eröffnungsrede der IHK Nord-Fachkonferenz (pdf; 116 KB)
Dipl.-Ing. Jörgen Thiele, Präsident der IHK zu Schwerin
> Abschlussrede der IHK Nord-Fachkonferenz (pdf; 96 KB)
Dipl.-Ing. Jörgen Thiele, Präsident der IHK zu Schwerin
Fachvorträge der Arbeitskreise
Arbeitskreis 1: Schiffbau
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Innovativer Schiffbau
moderne Arbeitsplätze, Anforderungen der Betriebe an ihr Fachpersonal
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Referent: Dr. Ralf Sören Marquardt,
Geschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik
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> Vortrag
(pdf; 1.73 MB)
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Die duale Berufsausbildung - Grundlage für den Erfolg im globalen Wettbewerb, Erfolgsrezept für den Fachkräftenachwuchs
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Referent: Günther Trepte,
Nordmetall, Verband der Metall- und Elektroindustrie
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> Vortrag
(pdf; 2.23 MB)
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Arbeitskreis 2: Schifffahrt und Kreuzfahrttourismus
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Die Verantwortung von Bund und Ländern zur Gewährleistung der notwendigen staatlichen Rahmenbedingungen für eine anspruchsvolle maritime Ausbildung
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Referent: Ulf-Peter Knüppel,
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V
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> Vortrag
(pdf; 20 KB)
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Die Ausbildung nautischer und technischer Schiffsoffiziere unter den Bedingungen des Bologna-Prozesses
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Referent: Prof. Dr.-Ing. Michael Rachow,
Bereich Seefahrt der Hochschule Wismar
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> Vortrag
(pdf; 744 KB)
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Nachhaltige und langfristige Absicherung des Nachwuchses an nautisch-technischem Schiffsführungspersonal für die Kreuzschifffarht durch Einrichtung von speziellen Studiengängen im Rahmen eines PPP-Modells zwischen AIDA Cruises und der Hochschule Wismar
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Referent: Dipl.-Ing. Tino Hensel,
Director Fleet Human Resources Management AIDA Cruises, Rostock
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> Vortrag
(pdf; 2.42 MB)
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Arbeitskreis 3: Hafenwirtschaft und Logistik
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Durchstieg in akademische Weiterbildung auch für Nichtakademiker unter Berücksichtigung von Quereinsteigern in Logistik und Hafenwirtschaft
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Referent: Heinz Brandt,
EUROKAI KGaA, Hamburg
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> Vortrag
(pdf; 340 KB)
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Instiutionelle Anforderungen an eine zukunftsgerechte Weiterbildung
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Referentin: Regina Seipold,
Hafenfachschule im Lande Bremen e. V.
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> Vortrag
(pdf; 68 KB)
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Trends und innovative Lösungsansätze in der Hafen- und Hinterlandlogistik
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Referent: Dipl.-Ing. Axel Schönknecht,
Technische Universität Hamburg-Harburg
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> Vortrag
(pdf; 1.56 MB)
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Arbeitskreis 4: Meeresnutzung und Meerestechnik
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Innovative, maritime Entwicklungen und Fachkräftebedarfe unter dem Askpet: » Windenergie
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Referent: Hermann Albers,
Präsident Bundesverband WindEnergie e. V., Simonsberg
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> Vortrag
(pdf; 4.46 MB)
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