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Pressemitteilungen

26.02.2010 - pm10_p13
Westmecklenburger Unternehmer hoffen auf Wirtschaftswachstum

Das Konjunkturklima in Westmecklenburg hellt sich weiter auf: Acht von zehn Unternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als befriedigend oder gut. Im Herbst 2009 waren es nur sieben von zehn Firmen. Davon, dass nun die konjunkturelle Wende geschafft ist, zeigt sich die Wirtschaft jedoch noch nicht überzeugt.

  Regionen in Westmecklenburg

Besonders in der Inlandsnachfrage und in der weiteren Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sehen die Unternehmen Risiken für die weitere konjunkturelle Erholung. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hervor, für die im Januar 2010 über 850 Westmecklenburger Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel, Verkehr und aus dem Dienstleistungssektor befragt wurden.

Geschäftslage zu Jahresbeginn positiv

Besonders häufig beurteilen der Dienstleistungssektor und der Handel ihre Geschäftslage zu Jahresbeginn positiv. Drei von zehn Unternehmen in diesen Wirtschaftszweigen bezeichnen ihre Situation als gut. Aber auch in der Industrie und in der Verkehrswirtschaft schätzen ein Fünftel der Branchenmitglieder ihre Lage mittlerweile wieder als gut ein.

Trotz der verbesserten Geschäftslage haben sich die Zukunftserwartungen der Westmecklenburger Unternehmen zu Jahresbeginn 2010 leicht eingetrübt. Drei von zehn Unternehmen rechnen mit sich verschlechternden geschäftlichen Entwicklungen. Im Herbst 2009 war dies nur jedes vierte.

Aufgrund der zurückhaltenden Zukunftseinschätzungen hat sich das Konjunkturklima in Westmecklenburg zu Jahresbeginn 2010 mit einem Indexwert (das geometrische Mittel aus Geschäftslage- und Erwartungssaldos) von 98 wieder leicht eingetrübt, liegt damit aber immer noch über seinem langjährigen Mittel von 97 Punkten.

Insbesondere Handelsunternehmen rechnen für die kommenden Monate mit weiteren Verkaufsrückgängen, nachdem die Umsätze zu Jahresbeginn leicht rückläufig waren. Dank stabilen Arbeitsmarktes und sinkender Verbraucherpreise hatte sich der Privatkonsum bisher erstaunlich robust gezeigt hat. Gegenwärtig kühlt die Unsicherheit der Verbraucher über die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und höhere Sozialabgaben das Konsumklima etwas ab. Der Einzelhandel, der direkt vom privaten Konsum betroffen ist, reagiert darauf mit einer gestiegenen Skepsis gegenüber der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Die Inlandsnachfrage stellt sich als größter Unsicherheitsfaktor in der sich wieder aufrappelnden Konjunktur heraus: Fast zwei Drittel aller Unternehmen in Westmecklenburg sehen in ihr ein potenzielles Wachstumshemmnis. Vier von zehn Unternehmen betrachten darüber hinaus die  Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise kritisch. Ein Drittel sieht in zu hohen Arbeitskosten eine weitere Gefährdung des Aufschwungs.

Investitionspläne unverändert - Arbeitsmarkt robust

Die Investitionspläne zeigen sich seit Herbst 2009 weitestgehend unverändert. Über drei Viertel der Unternehmen wollen investieren, in Industrie und im Dienstleistungssektor sind dies sogar vier Fünftel. Während Ersatz Hauptinvestitionsmotiv bleibt, wollen ein Fünftel der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sogar ihre Kapazitäten erweitern. Im Vergleich zu letztem Jahr werden zudem deutlich weniger Rationalisierungsinvestitionen getätigt.

Der Arbeitsmarkt wird sich auch in den kommenden Monaten voraussichtlich robust zeigen: fast drei Viertel aller Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahlen konstant halten, und zehn Prozent planen sogar Neueinstellungen.

Rund ein Viertel aller Unternehmen berichtet von verschlechterten Finanzierungsbedingungen, insbesondere durch erhöhte Sicherheitsanforderungen, erhöhte Zinsen und strikteren Dokumentationspflichten. Dies ist zwar angesichts der konjunkturellen Lage und den damit verbundenen erhöhten Risiken nicht ungewöhnlich. Dennoch hat sich die Einschätzung gegenüber den letzten Monaten weiter verschlechtert. Dies ist zum großen Teil vermutlich auf die verschlechterte Bilanzsituation, in die sich mittlerweile die in 2009 rückläufigen Geschäfte niederschlagen, zurückzuführen.


Regionen in Westmecklenburg

 

Landkreis Ludwigslust

 

Landkreis Nordwestmecklenburg

 

Landkreis Parchim

 

Landeshauptstadt Schwerin

 

Hansestadt Wismar

Die Geschäfte haben sich in den Landkreisen und kreisfreien Städten Westmecklenburgs unterschiedlich entwickelt. In Ludwigslust und Nordwestmecklenburg liegt der Konjunkturklimaindikator weiterhin über 100. Dies bedeutet, dass dort die positiven Einschätzungen von Geschäftslage und Zukunftserwartungen überwiegen.

  Landkreis Ludwigslust

In Ludwigslust ist die Stimmung unter den Geschäftsleuten am positivsten in ganz Westmecklenburg. Vor allem aufgrund einer höheren Zufriedenheit mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage hat sich das Konjunkturklima seit Herbst weiter verbessert. Zu Jahresbeginn bezeichnen ein Drittel der Unternehmer in Ludwigslust ihre Geschäftslage als gut, die Hälfte ist immerhin zufrieden. Auch in der Einschätzung der weiteren Geschäftsaussichten überwiegen die positiven Rückmeldungen: Drei von zehn Unternehmen erwarten eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung.


  Landkreis Nordwestmecklenburg

Im Landkreis Nordwestmecklenburg war das Konjunkturklima im Herbst 2009 am besten im gesamten IHK-Bezirk gewesen. Zu Jahresbeginn 2010 rangiert der Landkreis zwar noch auf dem zweithöchsten Platz nach Ludwigslust. Obwohl die Stimmung in der Industrie des Landkreises überwiegend gut ist, und die Unternehmensumsätze häufiger als in den übrigen Regionen Westmecklenburgs in den vergangenen Monaten gestiegen sind, fallen die Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage mit einem Viertel negativer Unternehmensantworten deutlich schlechter aus als vor vier Monaten. Die regionalen Unternehmen schätzen die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten zudem nahezu unverändert optimistisch ein. Die Hälfte geht von gleich bleibenden Marktbedingungen aus, während drei von zehn mit einer positiven Geschäftsverlauf rechnen. Auch die Investitionspläne der Nordwestmecklenburger Unternehmer lassen auf eine Belebung des Marktes schließen. Denn drei von zehn der investierenden Unternehmen wollen ihr Investitionsbudget sogar vergrößern, das sind mehr als in den anderen Teilen Westmecklenburgs.


  Landkreis Parchim

Im Landkreis Parchim hat sich das Konjunkturklima deutlich aufgehellt. Während die Stimmung in dieser Region im Herbst noch am stärksten eingetrübt in ganz Westmecklenburg war, werden die aktuelle Lage als auch die zukünftige Marktentwicklung zu Jahresbeginn 2010 sehr viel positiver beurteilt. Fast drei von zehn Unternehmen schätzen ihre geschäftliche Lage wieder als gut ein, weitere 50 Prozent sind zumindest zufrieden. Zwei Drittel der Unternehmen im Landkreis Parchim rechnen inzwischen auch wieder mit konstanten, wenn nicht sogar positiven Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten.


  Landeshauptstadt Schwerin

Während in Schwerin die Unternehmen nach wie vor weitestgehend zufrieden sind, rechnen deutlich mehr als noch im Herbst 2009 mit einer Verschlechterung der Geschäftsbedingungen in den kommenden Monaten. Dennoch haben sich die Beschäftigungsaussichten besonders im Schweriner Dienstleistungssektor weiter aufgehellt. Es planen in der Landeshauptstadt sogar mehr der an der Umfrage beteiligten Unternehmen Neueinstellungen als Entlassungen.


  Hansestadt Wismar

In Wismar hat sich das Stimmungsbild seit Herbst 2009 etwas eingetrübt. Während die aktuelle wirtschaftliche Situation nur etwas schlechter als vor vier Monaten eingeschätzt wird, fallen die Geschäftserwartungen nun pessimistischer aus. Drei von zehn Unternehmen rechnen in der Hansestadt mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden Monaten. Dennoch haben die Unternehmen ihre Beschäftigungspläne nicht nach unten korrigiert, und geplante Neueinstellungen und Entlassungen halten sich die Waage.



Kontakt:
Dr. Dorothee Crayen, Abt.: Standortpolitik, International
Tel.: (0385) 51 03 - 207
crayen@schwerin.ihk.de

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