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02.02.2012 - pm12_IHKsMV01
Konjunkturentwicklung in MV zum Jahresbeginn

Das Geschäftsklima in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresbeginn ist gekennzeichnet durch starke Ambivalenz: einerseits eine im Vergleich zum Januar 2011 noch einmal deutlich verbesserte Situation der Unternehmen, andererseits eine branchenübergreifende Verunsicherung in allen IHK-Bezirken des Landes hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung.

  Konjunkturumfrage 2012 der IHKs in MV

 

 

Der IHK-Konjunkturklimaindikator sinkt leicht von 117 auf aktuell knapp 113 Punkte, bleibt damit aber immer noch deutlich über seinem langjährigen Mittelwert von 106 Punkten. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich im Vorjahresvergleich deutlich verbessert. Fast jeder zweite Betrieb hat gute wirtschaftliche Ergebnisse erreicht. Gleichzeitig verringert sich der Anteil der Negativurteile auf 10 Prozent. Befragt nach den Unternehmenserwartungen für die nächsten zwölf Monate zeigt sich die Verunsicherung bei den Firmenlenkern, die hauptsächlich auf die europäische Schuldenkrise und die damit verbundenen Risiken für die – global eng verflochtene - deutsche Volkswirtschaft zurückgeht. Für das Jahr 2012 befürchtet mehr als jeder fünfte Befragte eine schlechtere Geschäftsentwicklung. Das geht aus der im Januar von den drei IHKs in MV durchgeführten Konjunkturumfrage hervor, für die über 2.500 Unternehmen aus Industrie, Handel, Verkehr, der Bauwirtschaft und dem Dienstleistungssektor befragt wurden.

Insbesondere der Handel und das Dienstleistungsgewerbe blicken im Vergleich zum Vorjahr auf eine deutlich bessere Geschäftslage. Das Verarbeitende Gewerbe bestätigt seine sehr guten Werte im Jahresvergleich: 43 Prozent der Industrieunternehmen melden eine gute, nur sieben Prozent eine schlechte wirtschaftliche Situation. Das konjunkturell besonders sensibel reagierende Verkehrsgewerbe verzeichnet eine Verschlechterung der geschäftlichen Lage (Saldorückgang von 24 auf 12 Punkte). Die Branche sieht sich einem besonderen Kostendruck bei den Energiepreisen und einer angespannten Fachkräftesituation gegenüber. Dennoch sind neun von zehn Logistikunternehmen mit dem Status Quo wenigstens zufrieden. Sechs von zehn Unternehmen in MV betrachten die hohen Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Gerade die Industriebetriebe und das Verkehrsgewerbe sehen in den steigenden Kosten für Energie- und Rohstoffe besonders häufig einen unternehmerischen Risikofaktor (beide mit 71 Prozent).

Die Sorge der Unternehmen in Bezug auf die weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung in Europa führt dazu, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vier von zehn Unternehmern Kopfzerbrechen bereiten und auch die inländische Nachfrage mit 40 Prozent wieder verstärkt in den Problemfokus gelangt. „Angesichts der Staatsschuldenkrise im gemeinsamen Währungsraum ist eine sachliche und unaufgeregte, von ordnungspolitischer Kontinuität geprägte Wirtschaftspolitik notwendig, um Unternehmen und Verbrauchern das nötige Vertrauen in die Lösung der Herausforderungen zu geben“, appelliert Andreas Sturmowski, Hauptgeschäftsführer der geschäftsführenden IHK der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern, an die politischen Handlungsträger auf Bundesebene und in der EU.

Die Unsicherheit der Unternehmen hat noch keinen Einfluss auf die Personalpläne der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. „Auch wenn weniger Unternehmen als im Vorjahr neues Personal einstellen wollen, ist angesichts des in einigen Branchen bestehenden Fachkräftemangels keine Verschärfung der Arbeitsmarktsituation zu befürchten“, kommentiert Sturmowski.


Kontakt:
Angela Preuß, Abt.: Standortpolitik
Tel.: (0385) 51 03 - 201
preuss@schwerin.ihk.de

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